Ablauf des Ausbildung

Wir Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, die Lehrerinnen und Lehrer an einer Seh-, bzw. Blindenschule, verbringen hier an der Ernst-Abbe-Schule eine intensive und sehr lehrreiche Zeit. Für den Ablauf dieser Ausbildungsphase gibt es je nach Art des absolvierten Studiums zwei verschiedene Varianten. Wenn wir die Fachrichtung „Lernen bei Blindheit“ bzw. „Sehbehinderung“ als erste Fachrichtung studiert haben, dauert die Ausbildung eineinhalb Jahre, von denen wir das letzte halbe Jahr parallel an einer Zweitfachschule arbeiten.

Nur ein halbes Jahr verbringen wir hier an der Ernst-Abbe-Schule, wenn diese Fachrichtung unser zweiter Schwerpunkt ist (zuvor ist man in diesem Fall an einer entsprechenden Erstfachschule). Wir verfügen alle über ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Sonderpädagogik mit Schwerpunkt „Lernen bei Blindheit und Sehbehinderung.“

Insgesamt kann man sich in Stuttgart an vier sonderpädagogischen Bildungs-, und Beratungszentren mit dem Förderschwerpunkt „Sehen“ bewerben, jedoch ist die Ernst-Abbe-Schule die einzige mit dem Schwerpunkt „Sehbehinderung“.

Der erste Arbeitstag – Die Vereidigung

Die Vereidigung (Anfang Februar) entspricht dem ersten richtigen Arbeitstag des Lehrerausbildung. Für die Blinden-, bzw. Sehbehindertenpädagogik sind als Seminarleiterinnen Doris Jostock und Monika Lesny-Ruoff zuständig. Von ihnen wird man über den weiteren Ablauf der nächsten Wochen aufgeklärt, erhält wichtige Informationen und lernt die anderen Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in einem sehr angenehmen Klima kennen.

Die ersten Wochen

Am ersten Tag an der Ernst-Abbe-Schule lernen wir unsere Mentorin bzw. unseren Mentor, das Kollegium und auch die Schulleitung besser kennen. Frau Bähnk nimmt sich Zeit für jede/n einzelnen Lehramtsanwärterin, begrüßt sie bzw. ihn persönlich und bittet um ein erstes Gespräch. Dabei bekommen die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter alle wichtigen Informationen über die Schule, die Regeln und den Tagesablauf. Außerdem wird den Neulingen das komplette Schulgebäude gezeigt. In den ersten Wochen hospitieren wir größtenteils, dürfen aber natürlich auch schon die ersten Unterrichtsversuche halten. Wichtig ist in den ersten Wochen, die Zeit zu nutzen und in die verschiedensten Bereiche der Schule zu schnuppern. Von der Frühförderung über den Sonderpädagogischen Dienst bis hin zu den vielen verschiedenen AGs und Unterrichtsbesuchen bei anderen Kolleginnen und Kollegen, gibt es in dieser Anfangszeit unzählige Möglichkeiten, vieles über Schülerinnen und Schüler, Arbeits-, und Lehrmethoden sowie die verschiedenen Schwerpunkte der Schule kennenzulernen. Da später die Zeit sehr knapp wird (Unterrichtsbesuche, Prüfungen, Lehrproben etc.), sollte man die ersten Anfangswochen wirklich intensiv nutzen. Die Hospitationsphase zieht sich über drei Wochen, danach sollte man sich relativ schnell an Unterrichtsversuche wagen, die immer von der Mentorin bzw. vom Mentor begleitet werden. Einmal pro Woche findet statt Schule das Seminar statt, in welchem viele organisatorische und theoretische Grundlagen vermittelt werden. Bis vor den Sommerferien werden zwei Unterrichtsbesuche stattfinden, einer davon muss mit der Schulleitung erfolgen. Vor den Sommerferien wird dann entschieden, ob man den eigenständigen Unterricht zugeteilt bekommt. Falls nicht, wird die Lehrerausbildung um sechs Monate verlängert. Im zweiten Ausbildungsabschnitt nach den Sommerferien, müssen dann mindestens sechs Stunden in der Woche eigenständiger Unterricht gehalten werden. Zusätzlich hospitiert man die restlichen Stunden in anderen Lerngruppen. Es folgt ein dritter Unterrichtsbesuch sowie die erste Lehrprobe, ein sonderpädagogisches Projekt, das von uns durchgeführt werden muss sowie schließlich im Januar der Wechsel an die Zweitfachschule.