Bildungsgang Hauptschule/ Werkrealschule

Rahmenbedingungen

Die Schülerinnen und Schüler mit Einschränkungen im Bereich des Sehens lernen in Gruppengrößen von maximal 10 Kindern zusammen. Aufgrund des kleinen Klassenteilers ist eine individuelle an den Bedürfnissen des Kindes orientierte Betreuung möglich. Je nach Klassengröße werden die Jugendlichen in jahrgangs- und niveauübergreifenden Klassen differenziert unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler lernen an speziell angepassten Computerarbeitsplätzen mit höhen- und neigungsverstellbaren Tischen.

Dabei wird begleitend immer wieder der Umgang mit der eigenen Sehbeeinträchtigung berücksichtigt.

Unterricht

Der kompetenzorientierte Unterricht richtet sich seit 2016 nach dem neuen Bildungsplan für die Sekundarstufe 1 in Baden-Württemberg in Verbindung mit den sonderpädagogischen Schwerpunkten des Bildungsplans der Schulen für Sehbehinderte. Ziel ist es den Hauptschulabschluss nach der Klasse 9 zu erlangen. Der Werkrealschulabschluss nach Klasse 10 kann in Kooperation mit den wohnortnahen allgemeinbildenden Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen erfolgen. Der Unterricht erfolgt dann auf dem G-Niveau.

Die Schülerinnen und Schüler werden in dem regulären Fächerkanon mit den individuellen Hilfsmitteln in den entsprechenden Fachräumen der Ernst-Abbe-Schule unterrichtet.

Zweistündige AG-Angebote in der Woche ermöglichen den Jugendlichen eigene Interessensfelder zu erproben.

Dabei wird begleitend immer wieder der Umgang mit der eigenen Sehbeeinträch-tigung berücksichtigt. Die Jugendlichen stoßen insbesondere in der Pubertät im Alltag immer wieder auf Fragen und Hürden, die verunsichern. Dieses wird in der Schule thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich zu selbstbewussten und partizipierenden Persönlichkeiten entwickeln. Dazu erhalten sie die Möglichkeit im Klassenrat, bei der Erstellung von Klassenregeln, der Planung von Aktivitäten und Festen, der Erledigung von Klassendiensten oder der Mitwirkung in der SMV.

Die Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig mit Ihnen als Eltern und Schülerinnen und Schülern besprochen.

Berufsvorbereitung

Zur Orientierung hinsichtlich einer Berufswahl nach der 9. Klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler unter anderem folgende Angebote:

  • Kompetenzanalyse Profil AC in klasse 7 und 8
  • 2-tägige Berufsorientierungsbörse zum Kennenlernen sehbehindertenspezifischer Bildungswege und Berufe
  • 2-wöchiges Berufspraktikum in Klasse 8
  • Möglichkeit zu Orientierungstagen an blinden- und sehbehindertenspezifischen Einrichtungen z.B. an der Stiftung Nikolauspflege Stuttgart (3-tägig)
  • Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit einer 2-wöchigen Arbeitserprobung oder eines zweiten Praktikums
  • Berufsberatung durch den Reha-Berater der Agentur für Arbeit Stuttgart
    zu Beginn der Klasse 9
  • Bewerbungstraining durch die Schulsozialarbeit